Beratung und Service für das Handwerk

16. Politisches Saueressen

„Volles Haus“ verkündete Kreishandwerksmeister Frank Herrmann bei seiner kurzen Eröffnungsrede anlässlich des bereits 16. Politischen Saueressens der Kreishandwerkerschaft Pforzheim-Enzkreis. Das schon als Traditionsveranstaltung zu bezeichnende Politische Saueressen fand in diesem Jahr in dem sich derzeit im Umbau befindlichen Bauzentrum der Bau-Innung statt. Hier investiert die Innung derzeit knapp 2 Mio. EUR in den Umbau des denkmalgeschützen Gebäudes, welches der Innung schon seit vielen Jahren als überbetriebliches Ausbildungszentrum dient. Obermeister Hans-Peter Dennig führte daher die zahlreich erschienenen politischen Vertreter der Region sowie seine Obermeisterkolleginnen und -kollegen aus den anderen Innungen nicht ganz ohne Stolz durch die neuen Räumlichkeiten.

Mit Katja Mast (SPD), Stephanie Aeffner (Grüne) und Rainer Semet (FDP) waren gleich drei der insgesamt 4 lokalen Bundestagsabgeordneten vor Ort. Hinzu kamen mit Stefanie Seemann (Grüne), Felix Herkens (Grüne) und Dr. Erik Schweickert (FDP) noch drei Landtagsabgeordnete aus der Region. Der Enzkreis als auch die Stadt Pforzheim waren mit insgesamt 9 Fraktionsvorsitzenden oder Stellvertretern gut repräsentiert.

In dem insgesamt etwas über 2 Stunden dauernden Gespräch ging es in erster Linie darum, die Situation des lokalen Handwerks darzustellen und die Problemen aufzuzteigen, mit welchen die Betriebe derzeit zu kämpfen haben. Dabei ging es hier und da hart, aber stets fair zur Sache. Hauptthemen waren

  • Überbürokratisierung und Regelungswut auf allen Ebenenwann kommt endlich ein Entbürokratisierungsgesetz, das seinen Namen auch verdient? Digitalisierung allein ist nicht die Lösung!
  • Klimaschutz und Energiewende – Fluch oder Segen fürs Handwerk? Bitte keine politischen Spielchen, sondern Klarheit für Verbraucher und Handwerk! Keine Schnellschüsse oder Alleingänge, sondern Experten (auch aus dem Handwerk) mit ins Boot nehmen!
  • Fachkräftemangel, Bildungsnotstand und BerufsschulwesenHandwerk erwartet Lösungen und nicht nur verständnisvolles Kopfnicken! Mehr Geld und Zeit für berufliche Orientierung, auch an den Gymnasien! Jugendliche Migranten ausbildungsfähig machen!
  • Jugendgästehaus für Auszubildende Gleichstellung akademischer und gewerblicher Bildung

Bevor man allerdings in die Tagesordnung einstieg, machte Kreishandwerrksmeister Herrmann ein kleinen Faktencheck, was alles seitens der Poltitik beim letzten Saueressen versprochen und was gehalten wurde. „Es sind keine großen Erfolge, die man verzeichnen konnte, aber zumindest kleinere Schritte in die richtige Richtung“, fasste Herrmann als Fazit zusammen. Wichtig sei, dass man mittlerweile auf allen Ebenen Gehör finde und Handwerk bzw. eine Ausbildung im Handwerk in der breiten Öffentlichkeit zunehmend an Akzeptanz gewinne.