Beratung und Service für das Handwerk

Dachdecker-Innung Karlsruhe setzt auf Zusammenarbeit, Nachwuchs und Zukunftssicherheit

Baden-Baden, 23. April 2026 – Bei ihrer Frühjahresversammlung in Baden-Baden hat die Dachdecker-Innung Karlsruhe zentrale Themen der Branche diskutiert und wichtige Impulse für die zukünftige Entwicklung gesetzt. Im Fokus standen insbesondere Nachwuchswerbung, wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie die zunehmenden Anforderungen an Betriebe im Zuge von Regulierung und Krisenvorsorge.

Obermeister Danny Neureuther eröffnete die Versammlung und betonte die insgesamt stabile Auftragslage vieler Betriebe trotz konjunktureller Unsicherheiten. Gleichzeitig bereiten steigende Preise, Lieferengpässe und der anhaltende Fachkräftemangel der Branche weiterhin Sorgen.

Ein wichtiges Zukunftsthema ist die intensivere Zusammenarbeit mit anderen Gewerken. Gemeinsam mit den Zimmerer-Innungen der Region sollen künftig verstärkt gemeinsame Schulungen und Veranstaltungen angeboten werden, um Synergien zu nutzen und die Betriebe fachlich zu stärken.

Großen Raum nahm die Nachwuchswerbung ein. Die Innung war im vergangenen Jahr auf zahlreichen Berufsorientierungsveranstaltungen vertreten und plant, diese Aktivitäten weiter auszubauen. Besonders erfolgreich erweisen sich Einsätze von Auszubildenden, die Schülerinnen und Schüler praxisnah für das Handwerk begeistern. Neue Formate – etwa praxisorientierte Aktionstage in den Ferien – sollen zusätzlich helfen, junge Menschen für das Bauhandwerk zu gewinnen.

Positiv wurde die Einführung der neuen Gesellenprüfung im Dachdeckerhandwerk bewertet, die realitätsnahe Baustellensituationen abbildet und sich in der Praxis bewährt hat. Gleichzeitig unterstreicht die Ausrichtung eines bundesweiten Ausbilder- und Lehrerlehrgangs in Karlsruhe die Bedeutung des Standorts für die berufliche Bildung.

Auch fachliche und rechtliche Entwicklungen standen im Fokus der Versammlung. Themen wie neue Regelungen zur Absturzsicherung, verschärfte Anforderungen bei Asbestarbeiten sowie veränderte Abrechnungsmodalitäten erfordern eine kontinuierliche Weiterbildung der Betriebe. Die Innung kündigte an, bei Bedarf gezielt Schulungsangebote zu organisieren.

Im wirtschaftlichen Bereich wurde deutlich, dass insbesondere der Neubausektor derzeit schwächelt, während der Bestand weiterhin Stabilität bietet. Gleichzeitig sorgen Materialengpässe und volatile Preise – etwa bei Bitumenbahnen und Dämmstoffen – für Unsicherheit in der Kalkulation und Planung der Betriebe.

Die Geschäftsführung berichtete über ein insgesamt solides Geschäftsjahr 2025 mit positivem Jahresergebnis. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass langfristig die Finanzierung der Innungsarbeit gesichert werden müsse, da sinkende Mitgliederzahlen bei gleichzeitig steigenden Anforderungen zu Herausforderungen führen. Eine Anpassung der Beiträge wird daher perspektivisch diskutiert.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Krisenvorsorge. In einem Fachvortrag wurde der sogenannte „Operationsplan Deutschland“ vorgestellt, der die Rolle von Betrieben in Krisen- und Notfallsituationen beleuchtet. Dabei wurde deutlich, dass auch Handwerksbetriebe in solchen Szenarien systemrelevant sein können und sich zumindest grundlegend mit Risiken wie Stromausfällen, Lieferkettenstörungen oder IT-Ausfällen befassen sollten.

Ergänzt wurde das Programm durch Impulsvorträge zur Altersvorsorge für selbstständige Handwerker sowie zu Gesundheitsangeboten speziell für das Handwerk. Beide Themen stießen auf großes Interesse und unterstrichen die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung unternehmerischer Verantwortung.

Zum Abschluss der Versammlung wurde deutlich: Die Dachdecker-Innung Karlsruhe sieht sich gut aufgestellt, um die Herausforderungen der kommenden Jahre aktiv anzugehen. Mit verstärkter Zusammenarbeit, innovativen Ansätzen in der Nachwuchsgewinnung und einem klaren Blick auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen setzt sie wichtige Impulse für die Zukunft des Handwerks in der Region.