Insgesamt 18 Auszubildende des Zimmererhandwerks – so viel wie schon lange nicht mehr – standen in diesem Sommer zur Gesellenprüfung an. Diese fand Ende Juli in der Holzwerkstatt der Alfons-Kern-Schule unter der Leitung des Prüfungsausschussvorsitzenden Kim Roßmanith (Bild rechts) statt. Bereits wenige Tage später trafen sich Prüflinge und der Prüfungsvorsitzende bei der Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse im Haus des Handwerks wieder. In lockerer Runde wurde dabei die Prüfung nochmals durchgegangen und aufgezeigt, wo die Schwierigkeiten lagen. Insgesamt wurde die Prüfung von den angehenden Junggesellen als fair und machbar bezeichnet. Gelobt wurde hierbei vor allem auch der von der Zimmerer-Innung angebotene 1tägige Schiftkurs, der stets im Vorfeld einer Sommerprüfung stattfindet und von den Prüflingen freiwillig besucht werden kann; was in der Regel dann auch von allen genutzt wird. Bei diesem Kurs geht der technische Werkstattlehrer Frank Goutier gemeinsam mit den anstehenden Prüflingen auf deren teils noch vorhandene Defizite im Bereich des Schiftens ein, ohne dabei aber zu verraten, was letztendlich bei der Prüfung relevant sein wird. „Bei diesem Kurs wollen wir den Auszubildenden in erster Linie zeigen, wie so eine Gesellenprüfung abläuft, aus welche Prüfungsteilen sie besteht, um ihnen etwas die Angst zu nehmen“, so Frank Goutier.
„16 von 18 haben bestanden“, konnte Kim Roßmanith letztendlich verkünden. Zwei haben die Möglichkeit, die Prüfung im Winter 2023 zu wiederholen. Insgesamt wurden wiedermal recht gute Ergebnisse erzielt, wobei die absoluten Überflieger in diesem Jahr fehlten. Prüfungsbester war Semjon Pascher (Ausbildungsbetrieb Vester, Straubenhardt), dicht gefolgt von Philipp Wetzel (Ausbildungsbetrieb Otto Egler, Knittlingen) und Svea Isgar Müller (Ausbildungsbetrieb Jaufmann, Mühlacker).
Erfreulich ist auch die Tatsache, dass so gut wie alle Prüflinge dem Zimmererhandwerk bzw. ihren Betrieben vorerst mal treu bleiben und der eine oder andere gar überlegt, schon bald seinen Meister zu machen. Das sind gute Nachrichten für das Zimmererhandwerk der Region. Denn auch bei den Zimmerern macht sich der Fachkräftemangel immer stärker bemerkbar. „Wir brauchen überall junge Menschen, die sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden, diese auch durchziehen und anschließend ihren Meister machen, um dann mittelfristig einen Betrieb gründen oder übernehmen zu können“, so Innungsgeschäftsführer Matthias Morlock.