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Erstmals Frau in Spitzenposition: SHK-Innung wählt Sarah Calmbach zur stellvertretenden Obermeisterin

Pforzheim. Die SHK-Innung hat auf ihrer diesjährigen Hauptversammlung ein deutliches Zeichen für die Zukunft des Handwerks gesetzt: Mit der Wahl von Sarah Calmbach zur stellvertretenden Obermeisterin rückt erstmals eine Frau in eine derart zentrale Führungsposition der Innung. In einer traditionell männlich geprägten Branche gilt dies als bemerkenswerter Schritt hin zu mehr Vielfalt und Modernität.

Die Wahl wurde notwendig, nachdem der langjährige stellvertretende Obermeister Thomas Ganzhorn aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand ausscheidet. Ganzhorn hatte das Amt über viele Jahre hinweg geprägt und sich darüber hinaus im Gesellenprüfungsausschuss sowie bei zahlreichen Veranstaltungen der Innung engagiert. Die Versammlung würdigte seinen Einsatz mit großem Dank und Anerkennung.

Mit Sarah Calmbach übernimmt nun eine engagierte Handwerkerin und erfahrene Ehrenamtsträgerin Verantwortung. Seit 2018 gehört sie dem Vorstand an und hat sich insbesondere in der Nachwuchswerbung einen Namen gemacht. Ihre Wahl wurde von den Mitgliedern mit großer Zustimmung getragen und steht zugleich für einen Generationen- und Perspektivwechsel innerhalb der Innung. Als eine der wenigen SHK-Innungen mit einer Frau in dieser Position nimmt die Organisation damit eine Vorreiterrolle ein.

Ergänzt wurde der Vorstand durch zwei weitere neue Mitglieder: Lukas Lehrer aus Engelsbrand sowie Kai Kleinheinz aus Keltern wurden im Rahmen der Nachwahlen in das Gremium gewählt. Beide hatten im Vorfeld ihre Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert und sollen künftig die Arbeit der Innung aktiv mitgestalten

Neben den personellen Entscheidungen wurde im Bericht des Obermeisters deutlich, dass das SHK-Handwerk weiterhin vor großen Herausforderungen steht. Insbesondere die politischen Rahmenbedingungen rund um die Energiewende sorgen für anhaltende Unsicherheit. Die Umstellung vom Gebäudeenergiegesetz auf ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz sei bislang nur in Eckpunkten erkennbar, eine verlässliche Planung für Betriebe und Kunden bleibe schwierig. „Das Handwerk braucht klare und langfristig verlässliche Vorgaben“, lautete die zentrale Forderung

Auch der Fachkräftemangel bleibt ein dominierendes Thema. Zwar verzeichnet die Branche steigende Ausbildungszahlen, doch gleichzeitig steht in den kommenden Jahren eine große Zahl erfahrener Fachkräfte vor dem Ruhestand. Die Innung setzt daher verstärkt auf Nachwuchsförderung – unter anderem durch Messeauftritte, Schulkooperationen und gezielte Informationskampagnen zur Berufsorientierung

Ein weiteres Thema war der Innungsnotdienst, der seit Jahrzehnten als solidarische Einrichtung innerhalb der Betriebe organisiert wird. Aufgrund sinkender Beteiligung droht jedoch mittelfristig die Einstellung dieses Angebots, sollte sich keine ausreichende Zahl weiterer Betriebe beteiligen

Ein besonderer Höhepunkt der Versammlung waren die Ehrungen verdienter Mitglieder. Georg Fritz wurde für sein mehr als zehnjähriges Engagement, insbesondere im Bereich Trinkwasser und in der Fachverbandsarbeit, mit der Ehrennadel der Innung ausgezeichnet. Die silberne Ehrennadel erhielten Kim Braun, der sich seit vielen Jahren intensiv in der Nachwuchsförderung und im Gesellenprüfungsausschuss engagiert, sowie Martin Hermann für seinen über 25-jährigen Einsatz in der Prüfungskommission.

Eine außergewöhnliche Würdigung erfuhr Matthias Morlock, der über Jahrzehnte als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft eng mit der Innung verbunden war und deren Entwicklung maßgeblich geprägt hat. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Die Hauptversammlung machte deutlich, dass die SHK-Innung nicht nur vor großen Herausforderungen steht, sondern diese auch aktiv angeht. Mit der Wahl von Sarah Calmbach und der gezielten Verjüngung des Vorstands stellt sich die Organisation zukunftsfähig auf – und sendet zugleich ein starkes Signal für ein modernes, vielfältiges Handwerk.