„Wir ziehen hier den Karren.“ – Mittelstand fordert verlässliche Wirtschaftspolitik
Pforzheim, 24. Februar 2026 – Unter dem provokanten Titel „Bauen wir auf Sand? Handwerk und Wirtschaft im Realitätscheck“ stellte das diesjährige Handwerkerforum der Kreishandwerkerschaft Pforzheim die Perspektive des (Handwerks-)Mittelstands in den Mittelpunkt. In den Räumlichkeiten der Firma Spittelmeister diskutierten hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Arbeitnehmerseite vor vollbesetzter Halle über die Belastbarkeit der aktuellen Wirtschaftspolitik.
Kreishandwerksmeister Frank Herrmann und Peter Haas von HANDWERK BW begrüßten als Diskussionsgäste den ehemaligen Ministerpräsidenten Günther H. Oettinger, Dr. Christoph Sajons vom ifm Mannheim, Marcus Berret von Roland Berger sowie Tom Wolters von der IG Metall Pforzheim. Gemeinsam stellten sie die Frage, wie tragfähig der wirtschaftspolitische Rahmen in Zeiten von Transformation, Fachkräftemangel, steigenden Kosten und zunehmender Regulierung noch ist.
Im Zentrum des Abends stand ein schonungsloser Realitätscheck:
Wie wettbewerbsfähig bleibt der Standort Deutschland?
Wie viel zusätzliche Belastung kann der Mittelstand schultern?
Und welche politischen Weichenstellungen sind jetzt dringend erforderlich?
Einigkeit bestand darüber, dass Handwerk und Mittelstand tragende Säulen der Wirtschaft bleiben. Sie investieren, bilden aus, sichern Beschäftigung und treiben Innovation – trotz wachsender Unsicherheiten und zunehmender Herausforderungen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass unternehmerische Leistungsbereitschaft allein nicht ausreicht, wenn die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen nicht verlässlich und planbar sind.
Die eindrucksvollste Botschaft des Abends brachte die Stimmung auf den Punkt:
„Wir ziehen hier den Karren.“
Mit dieser Aussage unterstrichen die Vertreter des Handwerks ihre Rolle als Stabilitätsanker der regionalen und nationalen Wirtschaft. Zugleich verband sich damit der Appell, den Mittelstand nicht weiter mit zusätzlichen Lasten zu überfordern. Wer dauerhaft Verantwortung trage, brauche ein stabiles Fundament – und keine neuen Gewichte.
Das Handwerkerforum hat sich inzwischen als feste Größe im regionalen Wirtschaftsdialog etabliert. Die besondere Atmosphäre der Veranstaltung – eine eigens freigeräumte Halle der Firma Spittelmeister, professionelle Veranstaltungstechnik auf TV-Niveau sowie eine bis ins Detail organisierte Vorbereitung – unterstrich den Anspruch, eine Bühne für relevante und konstruktive Debatten zu bieten.
Deutlich wurde an diesem Abend: Wenn Deutschland wirtschaftlich nicht „auf Sand bauen“ will, müssen Wirtschaftspolitik und Mittelstand wieder stärker in dieselbe Richtung arbeiten. Das Handwerkerforum 2026 setzte hierfür ein klares Signal – und einen Impuls für den weiteren Dialog.