Beratung und Service für das Handwerk

Elektro-Innung stellt Weichen – neue Räumlichkeiten für die Nachwuchsförderung

Ötisheim, 15. April 2025 – Die Hauptversammlung der Elektro-Innung im Restaurant Krone in Ötisheim hat eindrucksvoll gezeigt, vor welchen Herausforderungen und Chancen das Elektrohandwerk aktuell steht. Im Mittelpunkt standen Themen wie Fachkräftesicherung, Digitalisierung, Energieversorgung und die Weiterentwicklung der Innungsarbeit.

Zu Beginn der Versammlung gedachten die Anwesenden der verstorbenen Mitglieder, insbesondere des langjährigen Ehrenvorstandsmitglieds Werner Meeh, dessen Engagement für Ausbildung und Innung besonders gewürdigt wurde.

In seinem Bericht machte der Obermeister deutlich, dass das Handwerk aktiv die Zukunft gestalten müsse. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, wachsender regulatorischer Anforderungen und technologischer Veränderungen seien insbesondere Elektromobilität und erneuerbare Energien längst Teil des Arbeitsalltags geworden. Gleichzeitig stellte er den zunehmenden Fachkräftemangel als eine der größten Herausforderungen heraus. Neue Wege in der Nachwuchsgewinnung sowie eine stärkere Verzahnung von Ausbildung und Weiterbildung seien unerlässlich.

Ein zentrales Zukunftsprojekt ist die geplante Einrichtung eines Kompetenzzentrums in der Heinrich-Wieland-Schule in Pforzheim. Dieses soll künftig als moderner Ausbildungs-, Prüfungs- und Weiterbildungsstandort dienen. Oberbürgermeister Peter Boch bestätigte in seinem Grußwort, dass die notwendigen Voraussetzungen für die Umsetzung des Projekts geschaffen werden und mit einer Fertigstellung der Räumlichkeiten bis 2027 gerechnet werden kann.

Auch wirtschaftlich zeigte sich die Innung stabil: Die Geschäftsführung präsentierte für das Jahr 2025 eine positive Entwicklung mit einem deutlichen Überschuss. Gleichzeitig wurde eine moderate Anpassung der Mitgliedsbeiträge beschlossen, um die Leistungsfähigkeit der Geschäftsstelle langfristig zu sichern und das Serviceangebot weiter auszubauen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verbesserung von Kommunikation und Informationsfluss. Trotz ausgebauter Angebote im Bereich Schulungen und Weiterbildung erreichen viele Informationen die Betriebe bislang nicht in ausreichendem Maße. Hier sollen künftig neue Wege der Ansprache entwickelt werden.

Die Vertreter der Stadtwerke Pforzheim informierten über aktuelle technische und regulatorische Entwicklungen. Dabei wurde deutlich, dass die Anforderungen im Zuge der Energiewende deutlich komplexer werden. Themen wie intelligente Messsysteme, Steuerbarkeit von Anlagen und digitale Prozesse gewinnen zunehmend an Bedeutung und erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern und Handwerksbetrieben.

Aus dem Bereich der Gesellenprüfung wurde berichtet, dass sowohl die Teilnehmerzahlen als auch die Anforderungen hoch bleiben. Gleichzeitig wurden strukturelle Anpassungen im Prüfungssystem vorgestellt, um den gestiegenen fachlichen Anforderungen gerecht zu werden. Ein deutlicher Appell ging an die Ausbildungsbetriebe, die praktische Ausbildung weiterhin konsequent und qualitativ hochwertig sicherzustellen.

Weitere Impulse lieferten Fachvorträge zur Altersvorsorge für selbstständige Handwerker sowie zu Gesundheitsangeboten speziell für das Handwerk. Zudem wurde eine neue Checkliste zur Planung von Wärmepumpenprojekten vorgestellt, die künftig für mehr Klarheit und Rechtssicherheit in der Praxis sorgen soll.

Zum Abschluss der Versammlung wurde deutlich: Die Elektro-Innung sieht sich gut aufgestellt, um die anstehenden Veränderungen aktiv zu gestalten. Mit klaren Strategien in den Bereichen Ausbildung, Digitalisierung und Interessenvertretung setzt sie wichtige Impulse für die Zukunft des regionalen Handwerks.